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Liebe Leserin, lieber Leser!

«Wer auf etwas abfährt, findet immer Gleichgesinnte.» Eine wahre, aber eine durchaus ungewöhnliche Aussage, wenn sie aus dem Mund eines 90-Jährigen stammt, dachte ich beim Bearbeiten des Interviews mit Fritz Senn – und markierte mir den Satz. Dass dieser Mann ungewöhnlich ist, hatten auch der Herausgeber des Magazins, der Verleger Jean-Claude Lin, und Evelies Schmidt, eine liebe Kollegin im Lektorat, nach dem ersten Kontakt schnell bemerkt. Sie lernten Fritz Senn kennen, als sie das Buch von Mary und Padraic Colum über deren Freundschaft mit James Joyce prüften, ob es ins Verlagsprogramm passen könnte. Und ja – es passt vorzüglich. Nochmals ja – mit Fritz Senn haben sie zudem einen leidenschaftlichen und überaus profunden Joyce-Kenner gefunden, der das Vorwort geschrieben hat. Keine Frage also, dass er für die Juni-Ausgabe unseres Magazins auch zum Interview gebeten wurde, denn schließlich wird am 16. Juni von vielen der «Bloomsday» gefeiert – in Dublin und anderen Städten weltweit. Wir verdanken diesen Tag dem Roman «Ulysses» – und vor allem seinem Autor James Joyce. Dieser Tag sowie die Texte von Joyce haben ihren ganz eigenen Zauber.
Das gilt auch für Valletta, die südlichste europäische Hauptstadt, die neben dem niederländischen Leeuwarden die diesjährige Kulturhauptstadt ist. Nicht nur in der Stadt selbst, sondern auf der ganzen Insel – eigentlich sind es drei, die zusammen den Staat Malta bilden – wird gefeiert, gespielt, getanzt, musiziert und diskutiert.
Wir haben sie besucht und würden es jederzeit wieder tun, denn dieser kleine Flecken Welt hat große Geschichten zu erzählen.
Welche Geschichten unsere Juni-Ausgabe noch enthält, das können Sie nun lesend und schauend erkunden.
Wir wünschen hafna ferh («viele Freude» auf Maltesisch) und ab und an auch die Möglichkeit, innezuhalten, Abstand zu nehmen und dann: «shut yor eyes and see» (James Joyce, «Ulysses»).

Mit herzlichen Grüßen,
Ihre

Maria A. Kafitz

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Finnegans wachen donnerstags auf
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Fritz Senn im Gespräch mit Jean-Claude Lin und Evelies Schmidt

Finnegans wachen donnerstags auf

Am 16. Juni feiern viele den Bloomsday – in Dublin und anderen Städten weltweit. James Joyce’ Roman «Ulysses», dem dieser Tag zu verdanken ist, wird prozentual wohl in Zürich am meisten gelesen. Kein Wunder. Denn dort steckt Fritz Senn, 1928 in Basel geboren, seit Jahrzehnten mit seiner Begeisterung an. Dienstags und donnerstags. Auch für «Finnegans Wake».

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