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Liebe Leserin, lieber Leser!

«Optimisten sind Menschen mit einem Mangel an Information.» Diese Aussage wird dem aufrüttelnden und klugen, dem humorvollen und hintergründigen Dramatiker und Schriftsteller Heiner Müller zugeschrieben – sie ist zwar etwas ernüchternd, aber durchaus bedenkenswert.
Die Gesprächspartnerin unserer November-Ausgabe würde zustimmen und dennoch beherzt widersprechen, denn für Cordula Weiman gab es durchaus einen Moment, in dem sie wenig optimistisch in die Zukunft schaute. Nicht in ihre eigene, sondern in die ihrer Kinder und Enkelkinder. Doch statt zu resignieren, entschied sie sich fürs Agieren und gründete die «Omas for Future». Zusammen mit anderen ist sie seither unterwegs, um Menschen darüber zu informieren, dass jede und jeder täglich die Zukunft durch bewusstes Handeln nachhaltig beeinflussen kann.
Welchen Einfluss Hunde auf uns Menschen haben können, davon berichten wir in unserer Reportage, in der Andorra, eine neunjährige Eurasierhündin, im Zusammenspiel mit Kindern Wunder bewirkt, die ganz ohne große Zauberei geschehen. Denn manchmal sind es kleine Gesten, die wir brauchen, um Großes anzuregen.
Und so schicken wir optimistische Grüße in einen informativen November, in dem wir auch an den 200. Geburtstag von Fjodor Michailowitsch Dostojewskij erinnern und ihm mit unserem Essay mehr als eine Kerze entzünden.
Am Ende dieses Monats möge dann eine andere Kerze uns allen die ausklingende Zeit dieses an Herausforderungen reichen Jahres 2021 erhellen …

Herzlich, Ihre
Maria A. Kafitz

Unsere Seiten im November:

editorial

Jean-Claude Lin

Das schaffe ich

im gespräch
Artikelbild

Cordula Weimann im Gespräch mit Julia Meyer-Hermann

Handeln aus Liebe zum Leben

An einem Nachmittag mit ihrem Enkel überfiel es sie plötzlich: das Gefühl, sofort etwas tun zu müssen. Cordula Weimann hatte den Jungen aufs Fahrrad gesetzt, hatte ihm gezeigt, wie man tritt und lenkt. Die 62-Jährige hatte mit ihm Bäume und Blumen angeschaut, Insekten beobachtet und deren Bedeutung erklärt. «Und plötzlich fragte ich mich, welchen Sinn das eigentlich hat …» Warum sollte sie ihren Enkelkindern all das beibringen, wenn die es wohlmöglich gar nicht mehr gebrauchen könnten? Und wie sollte sie ihren Enkeln später erklären, dass sie sehenden Auges nichts gegen die Zerstörung ihrer Zukunft unternommen hatte? Wenig später gründete die Leipziger Unternehmerin die Umwelt-Initiative «Omas for Future»: Mit Informationen und Aktionen klärt sie seitdem mit anderen über alltägliche Umweltsünden auf und zeigt Alternativen, und zwar nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit ganz viel Humor, Energie und Leidenschaft. // Foto: Wolfgang Schmidt

augenblicke
Artikelbild

Claus-Peter Lieckfeld

Hunde fürs Leben

Sie heißen Assistenz-, Begleit- oder Therapie-Hunde. Für Handreichungen fehlen ihnen die körperlichen Voraussetzungen. Aber sie heilen zuverlässiger als jeder Handaufleger. Wir werfen einen Blick in den Alltag einer Therapeutin, ins tiefste Schwaben: Andorra, eine neunjährige Eurasierhündin tut seit 2014 Dienst bei der SIH (Spezialpädagogische Inte­grationshilfe) der DIAKONIE in Gerlingen bei Ludwigsburg, einer Einrichtung, die neben Mittagessen und intensiver Hausaufgabenbetreuung vor allem «Soziales Lernen» anbietet: «Therapieähnliche An­­gebote» – so die amtlich richtige Qualifizierung. Es ist erstaunlich, was die Kinder (und wir Gäste) im Umgang mit Andorra fast nebenbei lernen. // Foto: Wolfgang Schmidt

herzräume

Brigitte Werner

Paradiese

erlesen

Karl Heinz Bohrer

Was alles so vorkommt

gelesen von Konstantin Sakkas

thema

Evelies Schmidt

Unterwegs zwischen Extremen

Zum 200. Geburtstag von Fjodor Michailowitsch Dostojewskij (geboren am 11. November 1821).

«Nicht außer dir, sondern in dir selbst lebt die Wahrheit; finde dich in dir selbst, unterwirf dich dir selbst, gewinne Herrschaft über dich selbst – du wirst die Wahrheit schauen.»
Fjodor Dostojewskij, letzte öffentlich gesprochene Worte

mensch & kosmos

Wolfgang Held

Wie man Reife gewinnt

alltagslyrik – überall ist poesie
Artikelbild

Christa Ludwig

Am Abend tönen die herbstlichen Wälder

Zu und über das Gedicht Grodek von Georg Trakl

kalendarium

November 2021

Menschen und Ereignisse des Monats, Stern- und Planeten-Konstellationen sowie Gedanken und Gedichte – 2021 sind es Haikus in mehreren Sprachen.

was mich antreibt

Yaroslava Black

Wärme

Yaroslava Black, 1973 in der Ukraine geboren, studierte in Czernowitz Philosophie und Deutsche Philologie. Seit 2005 ist sie Pfarrerin der Christengemeinschaft und lebt in Köln. In Deutschland und der Ukraine hat sie bereits Lyrik, Erzählungen und Essays veröffentlicht und übersetzt. Hier erzählt sie von der Frage, die sie in diesem Jahr erneut um- und antreibt ist: Wie viel Bewegung kann ich aufbringen, wie viel Reibung und Nähe vertragen, damit die nötige Wärme im Leben entsteht, aber auch die nötige Ruhe im Tod.

unterwegs
Artikelbild

Jean-Claude Lin (Text) und Daniel Seex (Illustration)

Vertrauen gewinnen

Oder wie wir unsere Zweifel überwinden können.

sprechstunde

Markus Sommer

Der Kälte trotzen – Wärme bilden

Markus Sommer ist niedergelassener Arzt mit klinischer Erfahrung in den Bereichen Innere Medizin, Kinderheilkunde, Geriatrie, Neurologie und in der praktischen Anwendung von Homöopathie und Anthroposophischer Medizin.

blicke groß in die geschichte

Andre Bartoniczek

«Warum nicht menschlich den Menschen sehen?»

Vor 100 Jahren erschien Jakob Wassermanns Mein Weg als Deutscher und Jude. Erinnerungen an eine bewegende Biographie – und einen außergewöhnlichen Menschen.

von der rolle

Elisabeth Weller

Er sitzt wie angegossen

Über den Film A Single Man von Tom Ford

sehenswert/hörenswert

Ulrich Meier

«... aus dem Äther in die Existenz»

Über das Vokalensemble Sjaella – endlich wieder live auf der Bühne.

wundersame zusammenhänge
Artikelbild

Albert Vinzens

Klang der Eweigkeit

Wenn ich gefragt werde, was mein Lieblingsessen oder meine Lieblingsfarbe sei, muss ich passen. Ebensowenig habe ich eine Lieblingsschauspielerin oder einen Lieblingsroman. Die Welt ist zu großartig für solche Entscheidungen, finde ich. Bei der Frage nach meiner liebsten Zeit im Jahr zögere ich allerdings keine Sekunde. Meine Lieblingsjahreszeit ist der Herbst …

literatur für junge leser

Dolf Verroen

Traumopa

gelesen von Simone Lambert

Traumopa ist ein feines, zartes, sehr konzentriertes Büchlein über den Tod und die Trauer, mit kostbaren Illustrationen von Charlotte Dematons.

mit kindern leben

Bärbel Kempf-Luley (Text) und Sanne Dufft (Illustration)

Der dunkle November

kulturtipp
Artikelbild

Claus-Peter Lieckfeld

Beredte Bilder

Die Künstlerin Nuë Ammann lebt in Dießen, an der Südspitze des oberbayerischen Ammersees. Ihre Wort-/Bild-Installationen verrätseln nicht, sie laden zum Weiterdenken ein …

sudoku | preisrätsel
Artikelbild

Jean-Claude Lin & Sebastian Hoch

Einsame Hunde 11/21 & Mensch und Musik 11/12

Auf vielfachen Wunsch gibt es hier die Lösungen des Sudokus aus dem Oktober sowie der letzten Mensch-und-Musik-Rätsel: Franz Schubert (Januar), Georg Friedrich Händel (Februar), Maurice Ravel (März), Sergej Prokofjew (April), Claudio Monteverdi (Mai), Robert Schumann (Juni), Gustav Mahler (Juli), Claude Debussy (August), John Cage (September), Sofia Gubaidulina (Oktober)

Wir wünschen viel Freude beim Lösen der aktuellen Rätsel!

tierisch gut lernen

Renée Herrnkind (Text) und Franziska Viviane Zobel (Illustration)

Das Wunder hautnah erleben

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ad hoc

Jean-Claude Lin

Kämpfen und zufrieden unzufrieden sein

Über das letzte Buch von Erich Fried: Mitunter sogar Lachen – Zwischenfälle und Erinnerungen (erschienen Verlag Klaus Wagenbach).