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Liebe Leserin, lieber Leser,

Ganz unvermittelt auf der anderen Seite des Mikrophones zu sitzen und nicht die Fragende, sondern die Gefragte – oder vielmehr Befragte – zu sein, war ein besonderes Erlebnis in den letzten Tagen. Zwei neugierige und interessierte junge Menschen vom Radiosender «Junger Kulturkanal» wollten über die Arbeit einer Lektorin sprechen, über den gewichtigen Begriff der «Weltliteratur» und über ein Phänomen unserer Gegenwart: die Einsamkeit. Wir hätten Stunden über diese Themen plaudern können, aber die Zeit und vor allem die Sendezeit ist natürlich begrenzt. Nachdem das Mikro abgekabelt war und wir «off the record» sprachen, war ich glücklich und bewegt, als die beiden sagten: «Man merkt total, dass Sie ne Überzeugungstäterin sind und Ihren Beruf und die Literatur echt lieben.» Ja! Daran besteht nicht der Hauch eines Zweifels. Nochmals ja, mit Sprache und Worten, mit Ideen und den dazugehörigen Menschen Bücher und Magazine zu verwirklichen, ist großartig. Manchmal trifft es einen dann auch mitten ins Herz, wenn man dabei Menschen begegnet, die aus tiefer Überzeugung und nimmermüder Leidenschaft Ideen Wirklichkeit werden lassen, deren Name schon vielversprechend klingen. In der aktuellen Ausgabe ist der FreuRaum in Eisenstadt ein gutes Beispiel dafür, aber auch die große Hingabe und Nachdenklichkeit, mit der die junge niederländische Autorin Bregje Hofstede vor der Geburt ihres ersten Kindes über sich und das Schreiben reflektiert, Mario Betti sich an die besonderen Momente im Lesen erinnert oder Wolfgang Held zusammen mit Daniel Seex den Erfinder des Kugelschreibers zum Leben erwecken.
Möge von den Freudefunken, den wir hier in der Redaktion immer wieder erleben, etwas auf Sie beim Lesen unserer Oktober-Ausgabe überspringen …

Herzlich,
Maria A. Kafitz

PS: Im Oktober scheint Weihnachten zwar noch weit weg – ist aber dann doch schneller da, als man denkt. Wie wäre es, wenn Sie LeseFreude mit einem Geschenkabo unseres Magazins verschenken?

Unsere Seiten im Oktober:

editorial

Jean-Claude Lin

Schön ists

im gespräch
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Bregje Hofstede im Gespräch mit Janine Malz

Unser Gedächtnis ist ein Geschichtenerzähler

Zum Gespräch verabreden wir uns per Videocall – das Mittel der Wahl in Coronazeiten, aber auch, weil Bregje Hofstede hochschwanger ist und das Kind jederzeit kommen kann. In ihrer Heimat ist die niederländische Journalistin und Autorin bekannt und schreibt u.a. eine feministische Kolumne für «De Correspondent». Ihr erster Roman «Der Himmel über Paris» wurde auf Anhieb für bedeutende Literaturpreise nominiert und ihr zweiter Roman «Drift», der nun unter dem Titel «Verlangen» in der deutschen Übersetzung von Christiane Burkhardt erscheint, schaffte es auf die Shortlist des renommierten «Libris Literatuurprijs 2019». Doch nicht im geschäftigen Amsterdam treffe ich sie an, sondern in einem verschlafenen Dorf im Burgund … // Foto: Willemieke Kars

augenblicke
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Maria A. Kafitz

Der FreuRaum. Gut sein für etwas

Weit ist die Landschaft, kaum etwas verstellt den Blick. Klein ist die Stadt, dennoch entsprang ihr klangvoll Großes. Wer Streichquartette liebt, kommt an Eisenstadt, der kleinsten der österreichischen Landeshauptstädte, nicht vorbei, denn die ersten wurden dort komponiert. Joseph Haydn, Urvater dieser wunderbaren Kammermusikgattung, verbrachte hier einen Großteil seiner beruflichen Laufbahn. Er war Hofmusiker der adligen ungarischen Magnaten Esterházy, deren Familiensitz sich in Eisenstadt befindet. «Ich war von der Welt abgesondert, niemand in meiner Nähe konnte mich an mir selbst irremachen und quälen, und so musste ich original werden.» Das sagte Haydn über seine Zeit in dieser Gegend. Über 200 Jahre später, unweit des hübsch herausgeputzten Haydn-Hauses (haydnhaus.at), hatten vier Frauen und ein Mann einen ganz ähnlichen Eindruck von ihrer Stadt und sind daher anders «original» geworden: sie gründeten den FreuRaum (freu-raum.at) // Foto: Wolfgang Schmid

verweile doch …

Brigitte Werner

Rose

In ihrer Kolumne beschreibt Brigitte Werner monatlich jene Momente, die das Leben im Kleinen zur großen Überraschung werden lassen – wenn man hinschaut, hinhört und aufmerksam bleibt. Die Autorin zahlreicher Bücher lebt und arbeitet im Ruhrgebiet und an der Schlei. Lassen Sie sich von ihren Geschichten – in der aktuellen Ausgabe bewirkt ein einziges Wort Wunder – überraschen und schauen Sie auch mal auf ihrer Homepage vorbei www.brigittewerner.de oder auf der Seite des Verlages.

erlesen
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Catherine Cusset

Hockneys Leben

Catherine Cusset hat das Leben des Künstlers David Hockney – einer Ikone der LGBTQ-Community – aufgeschrieben. Es ist ein Meister­­werk der biographischen Fiktion, für das sie 2018 den Prix Anaïs Nin erhalten hat. Und es ist auch ein Stück Popkulturgeschichte, das die Befreiung des Individuums und die Befreiung der Kunst parallelisiert.

Hier geht's zum Buch.

thema

Jörg Ewertowski

Kein Mittel gegen die Sterblichkeit, aber eine Geschichte von der Unsterblichkeit

Jörg Ewertowski beschreibt eindringen, was im berühmten Gilgamesch-Epos alles schlummert

mensch & kosmos

Wolfgang Held

Eine kosmische Lehrstunde

das gedicht

Hölderlin 10 / 12

Höheres Leben.

kalendarium

Jean-Claude Lin

Oktober 2020

Menschen und Ereignisse des Monats, Stern- und Planeten-Konstellationen sowie Gedanken zu und von den Jubilaren Hegel, Hölderlin und Beethoven.

der himmel auf erden
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Mario Betti

Kann der Augenblick verweilen?

Ob in der Kindheit oder später – jeder Mensch kann auf seine Weise den «Himmel auf Erden» er­­leben. Mario Betti erzählt von seinem sich spiegelnden Glück und jenen «Himmeln» seiner Freude und Bekannten.

Foto: Miss X / photocase.de

erfinder und visionäre
Artikelbild

Wolfgang Held (Text) und Daniel Seex (Illustration)

Genial und präzise: László József Bíró

Der Kugelschreiber, den László József Bíró als Erfindung vollendete, ist ein gutes Beispiel dafür, dass Idee und Ausführung gleicher­­maßen wichtig sind. Es geht um das Was und das Wie.

kindersprechstunde

von Dr. med. Genn Kameda

Bronchitis – in Ruhe gesund werden

Viren und Bakterien sind ganz normale Gäste in der Kinderarztpraxis – vor allem im Winter, wenn sich die Infekte häufen. Das wird in diesem Jahr nicht anders sein, auch wenn bei vielen Eltern sicher der Gedanke mitschwingt, es könnte sich um Corona handeln. Allerdings sind Kinder nach heutigem Stand der Erkenntnis von Corona kaum betroffen. Da heißt es für Eltern – und alle, die mit Kindern zu tun haben –, Nerven bewahren und grippale Infekte als das zu sehen, was sie sind: völlig normal.

warum ich ohne kafka nicht leben kann

Elisabeth Weller

Feier des Alltäglichen

In diesem Monat widmet Elisabeth Weller sich «Goldene Jahre» von Arno Camenisch.

Was die Literaturvermittlerin und Leiterin literarischer Salons sonst noch umtreibt, erfahren Sie unter www.elisabethweller.de

Foto: boerdi / photocase.de

sehenswert

Julia Meyer-Hermann

Stilvoll gestapelt

Die Ausstellung «Insideoutside» des berühmten irischen Künstlers Sean Scully im Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal (www.skulpturenpark-waldfrieden.de)

aufgeschlagen
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Anke Klaaßen (Text) und Daniela Drescher (Illustration)

Das Nebelmännle vom Bodensee

Im Herbst kommt das Nebelmännle aus dem See und hüllt alles in graue Schwaden. Wenn es mit den Seegeistern rauschende Feste feiert, muss manche Traube und Rebe dran glauben. Ein Ritter von Bodman, dem nichts wichtiger ist als sein Wein und sein Gold, lässt sich das nicht gefallen …
Also vertreibt er den Störenfried. Doch plötzlich ist alle Freude verloren, sodass er alles daransetzt, den Wicht zurückzuholen ...

Wie er das Nebelmännle wiederfindet und den angerichteten Schaden wiedergutmacht, berichtet diese Sage in der kindgerechten und eingängigen Nacherzählung von Anke Klaaßen und den märchenhaft schönen Bildern von Daniela Drescher.
Hier geht's zum Buch

wundersame zusammenhänge

Albert Vinzens

«Die klügste Frau der Bundesrepublik»

Kennen Sie Renate Riemeck? Nein. Dann lassen Sie sich von Albert Vinzens «aufklären». Ja. Dann bringt dieser Essay vielleicht dennoch Neues über diese bemerkenswerte Frau ...

literatur für junge leser

Julia C. Werner

Um 180 Grad

gelesen von Simone Lambert

Um 180 Grad ist ein Buch, das Erinnerungskultur, der Vernachlässigung droht, für Jugendliche verständlich macht und mit Leben erfüllt.

mein buntes atelier

Daniela Drescher

Pilzwichtel

kulturtipp

Claus-Peter Lieckfeld

Der geteilte Horizont

Ein Besuch in Hamburg und im Atelier Sandtorkai 27 wird zu einer beeindruckenden Begegnung mit dem Künstler Alejandro Soto Alvarez

weiterkommen
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Edmond Schoorel

«Schlaf, Kindlein, schlaf …»

Aus der langjährigen Praxis heraus haben der Kinderarzt Edmond Schoorel und die Kinder-Physiotherapeutin Nicole Weerts hilfreiche Ansätze entwickelt. Ihr Buch Schlaf und seine Bedeutung für einen gesunden Rhythmus bietet einfache Empfehlungen und praktische Ratschläge zur Lösung bei Schlafproblemen.

sudoku | preisrätsel

Jean-Claude Lin & Sebastian Hoch

Sudoku Square magic 140 & Bauwerke der Menschheit 10/12

tierisch gut
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Renée Herrnkind

Führung mit Stil

Was macht gute Führung oder Leitung eigentlich aus – und worin zeigt sie sich? Renée Herrnkind nimmt uns mit in den Stall und auf die Weide und führt uns dabei an der lockeren Gedankenleine zurück zu uns selbst.
Franziska Viviane Zobel hat sich wieder eine passende Illustration zur Kolumne einfallen lassen.

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ad hoc

Jean-Claude Lin

Was bleibt aber, …